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18/1/26

Webdesign-Trends 2026: Warum «weniger» gerade wieder «mehr» wird

Webdesign-Trends 2026: Warum «weniger» gerade wieder «mehr» wird

Das Webdesign entwickelt sich ständig weiter – und 2026 erleben wir eine interessante Wende. Nach Jahren voller kräftiger Farben, maximalistischer Layouts und überladener Interfaces kehrt die Branche zurück zu mehr Klarheit. Gleichzeitig entstehen neue Ansätze, die Reduktion und Ausdruck auf überraschende Weise verbinden.

Für Schweizer KMU stellt sich dabei die Frage: Welche dieser Trends sind relevant? Und welche helfen tatsächlich dabei, mehr Kunden zu gewinnen? In diesem Artikel schauen wir uns die wichtigsten Entwicklungen an – praxisnah und ohne unnötigen Hype.

Barely-there UI: Wenn das Interface fast verschwindet

Der auffälligste Trend 2026 trägt den Namen «Barely-there UI» – also Interfaces, die kaum noch als solche erkennbar sind. Statt auffälliger Buttons, bunter Hintergründe und animierter Elemente dominiert die bewusste Zurückhaltung.

Typisch für diesen Stil sind eine einzige Schriftfamilie, die fast alle Aufgaben übernimmt, Farbpaletten mit nur zwei bis drei Tönen sowie grosszügiger Weissraum als strukturierendes Element. Das Design tritt in den Hintergrund, damit der Inhalt wirken kann.

Dieser Ansatz kommt nicht von ungefähr: Gerade Tech-Startups und AI-Unternehmen haben diesen Look geprägt. Sie wollen seriös, vertrauenswürdig und zukunftsorientiert wirken – und erreichen das durch visuelle Zurückhaltung. Für Schweizer Unternehmen, die Kompetenz und Verlässlichkeit ausstrahlen möchten, kann dieser Stil ebenfalls funktionieren.

Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung: Barely-there UI eignet sich nicht für jede Branche. Wer auf Emotionen, Persönlichkeit oder Storytelling setzt, braucht mehr visuelle Ausdruckskraft. Ein Handwerksbetrieb oder ein lokales Restaurant würde mit diesem Stil schnell austauschbar wirken.

Soft Maximalism: Kontrolle statt Chaos

Parallel zur minimalistischen Bewegung existiert eine Gegenbewegung, die sich als «Soft Maximalism» oder «kontrollierter Maximalismus» beschreiben lässt. Hier geht es nicht darum, möglichst viel auf eine Seite zu packen. Stattdessen werden einzelne Elemente bewusst überdimensioniert oder farblich hervorgehoben.

Ein Beispiel: Eine Website verwendet durchgehend ein ruhiges, neutrales Layout – aber die Hauptüberschrift ist ungewöhnlich gross und in einer auffälligen Farbe gesetzt. Oder ein einzelnes Hero-Bild nimmt den gesamten Bildschirm ein, während der Rest der Seite zurückhaltend bleibt.

Diese Technik funktioniert besonders gut, um Aufmerksamkeit gezielt zu lenken. Die Besucher wissen sofort, wo sie hinschauen sollen. Für KMU-Websites bedeutet das: Weniger ist mehr, aber das «Wenige» darf durchaus laut sein.

Die Herausforderung liegt im richtigen Mass. Ein überladenes Design wirkt unprofessionell, ein zu zurückhaltendes verschenkt Wirkung. Die Kunst besteht darin, genau einen Akzent pro Abschnitt zu setzen und diesem Akzent genügend Raum zu geben.

Nature Distilled: Erdige Töne und organische Formen

Die Farbwelt des Webdesigns wandelt sich ebenfalls. Nachdem 2024 und 2025 von sogenannten «Dopamin-Farben» geprägt waren – also knalligen Tönen, die gute Laune machen sollten – bewegt sich der Trend nun in Richtung natürlicher Farbpaletten.

Gedeckte Erdtöne, warme Neutrals und Farben, die an Haut, Holz oder Stein erinnern, gewinnen an Bedeutung. Die Pantone-Farbe des Jahres 2025, Mocha Mousse, hat diesen Trend vorgezeichnet. Für 2026 setzt sich diese Richtung fort mit noch mehr Fokus auf Natürlichkeit und Wärme.

Für Schweizer Unternehmen passt dieser Trend besonders gut. Die Assoziation mit Qualität, Handwerk und Nachhaltigkeit liegt nahe. Gerade Betriebe, die Wert auf regionale Verankerung oder umweltbewusstes Handeln legen, können diese Farbwelt nutzen, um ihre Werte visuell zu unterstreichen.

Praktisch umgesetzt bedeutet das: Weg von reinem Weiss als Hintergrundfarbe, hin zu cremigen Off-White-Tönen. Statt Schwarz für Texte lieber ein dunkles Grau oder Braun. Akzentfarben in gedämpftem Terrakotta, Olive oder warmem Beige statt knalligem Blau oder Grün.

Glassmorphism 2.0: Transparenz mit Tiefe

Ein Designstil, der seit einigen Jahren immer wieder auftaucht, erlebt 2026 eine Weiterentwicklung: Glassmorphism. Dabei werden Elemente so gestaltet, dass sie wie Milchglas wirken – halbtransparent, mit weichen Unschärfen und subtilen Schatten.

Die neue Version dieses Stils ist raffinierter als frühere Interpretationen. Statt überall Glaseffekte einzusetzen, werden sie gezielt für einzelne Komponenten verwendet: eine Navigation, die über dem Inhalt schwebt, oder Karten, die sanft über dem Hintergrund zu liegen scheinen.

Der Vorteil dieses Ansatzes liegt in der Tiefenwirkung. Die Website wirkt dreidimensionaler und moderner, ohne dass aufwendige 3D-Grafiken nötig sind. Allerdings erfordert die Umsetzung technisches Know-how – nicht jede Plattform unterstützt diese Effekte problemlos.

Für KMU eignet sich Glassmorphism am besten als Akzent, nicht als durchgängiges Designprinzip. Ein schwebender Header oder transparente Overlay-Elemente können einer ansonsten schlichten Website das gewisse Extra verleihen.

Motion Design: Bewegung mit Bedeutung

Animationen und Bewegung auf Websites sind nichts Neues. Was sich 2026 verändert, ist der Umgang damit. Statt Bewegung um der Bewegung willen geht der Trend zu funktionaler Animation – also Bewegung, die einen Zweck erfüllt.

Ein Button, der beim Hovern subtil reagiert, zeigt dem Nutzer, dass er klickbar ist. Ein sanfter Übergang zwischen Seitenabschnitten erleichtert die Orientierung. Ein Element, das beim Scrollen ins Bild gleitet, lenkt die Aufmerksamkeit auf wichtige Inhalte.

Der entscheidende Punkt: Diese Animationen dürfen nicht ablenken oder die Ladezeit beeinträchtigen. Micro-Interactions – also winzige, kaum bewusst wahrnehmbare Animationen – ersetzen zunehmend die grossflächigen Effekte vergangener Jahre.

Für Performance-orientierte Websites bedeutet das eine gute Nachricht. Dezente Animationen lassen sich ressourcenschonend umsetzen und funktionieren auch auf älteren Geräten oder bei langsamen Verbindungen. Wichtig ist nur, dass sie konsistent eingesetzt werden und zur Marke passen.

Responsive ist Standard, Mobile-First ist Pflicht

Dass Websites auf allen Geräten funktionieren müssen, ist längst selbstverständlich. 2026 verschiebt sich der Fokus jedoch noch stärker aufs Smartphone. Über 60 Prozent aller Website-Besuche erfolgen mittlerweile über mobile Geräte – bei bestimmten Zielgruppen liegt der Anteil noch deutlich höher.

Mobile-First bedeutet: Die Website wird zuerst für das Smartphone konzipiert und dann für grössere Bildschirme erweitert. Das klingt nach einer kleinen Änderung, hat aber grosse Auswirkungen auf das Design. Navigation, Schriftgrössen, Button-Abstände und die gesamte Informationsarchitektur müssen von Anfang an für Touch-Bedienung optimiert sein.

Für KMU-Websites hat das konkrete Konsequenzen. Eine Telefonnummer sollte mit einem Klick anrufbar sein. Formulare müssen auf kleinen Bildschirmen problemlos ausfüllbar sein. Und die wichtigsten Informationen – Öffnungszeiten, Adresse, Kernleistungen – sollten sofort sichtbar sein, ohne dass der Nutzer scrollen muss.

Performance als Designentscheidung

Die Ladegeschwindigkeit einer Website wird 2026 noch wichtiger als bisher. Google berücksichtigt die Core Web Vitals weiterhin als Ranking-Faktor, und Besucher erwarten schnelle Reaktionszeiten. Eine Studie zeigt: Schon eine Verzögerung von einer Sekunde kann die Conversion-Rate um mehrere Prozent senken.

Interessanterweise beeinflusst dieser technische Faktor auch das Design. Grosse Bilddateien, aufwendige Animationen und komplexe Layouts werden zum Problem, wenn sie die Performance beeinträchtigen. Designer müssen deshalb von Anfang an mitdenken, was technisch umsetzbar ist, ohne die Ladezeit zu ruinieren.

Moderne Bildformate wie WebP oder AVIF ermöglichen hochwertige Visuals bei geringer Dateigrösse. Lazy Loading sorgt dafür, dass Bilder erst geladen werden, wenn sie in den sichtbaren Bereich scrollen. Und schlanker, optimierter Code macht Animationen möglich, ohne die Website auszubremsen.

Für Schweizer KMU bedeutet das: Die schönste Website bringt nichts, wenn sie langsam lädt. Performance muss von Anfang an Teil der Planung sein – nicht ein nachträgliches Problem, das irgendwie gelöst wird.

Barrierefreiheit wird zum Standard

Zugänglichkeit im Web ist kein neues Thema, aber 2026 gewinnt es weiter an Bedeutung. Das liegt einerseits an gesetzlichen Entwicklungen – die EU verschärft die Anforderungen an digitale Barrierefreiheit kontinuierlich. Andererseits erkennen immer mehr Unternehmen, dass eine barrierefreie Website schlicht mehr Menschen erreicht.

Konkret geht es um Dinge wie ausreichende Farbkontraste, damit Texte auch bei Sehschwäche lesbar sind. Um aussagekräftige Alt-Texte für Bilder, die Screenreader vorlesen können. Um eine logische Seitenstruktur, die Navigation per Tastatur ermöglicht. Und um Schriftgrössen, die sich vom Nutzer anpassen lassen.

Viele dieser Massnahmen verbessern gleichzeitig die User Experience für alle Besucher. Klare Kontraste und grosse Schriften sind nicht nur für Menschen mit Sehbehinderung angenehmer. Eine logische Struktur hilft nicht nur Screenreadern, sondern auch Suchmaschinen. Barrierefreiheit und gutes Design gehen Hand in Hand.

KI verändert den Designprozess – nicht das Ergebnis

Künstliche Intelligenz ist das Thema der Stunde, auch im Webdesign. Tools wie Figma AI, Midjourney oder Code-Generatoren verändern, wie Designer arbeiten. Konzepte entstehen schneller, Varianten lassen sich in Sekunden erstellen, und repetitive Aufgaben werden automatisiert.

Für das Endergebnis – also die fertige Website – bedeutet das allerdings weniger, als man erwarten könnte. KI-generierte Designs erkennst du oft sofort: Sie wirken generisch, austauschbar und ohne echte Persönlichkeit. Gerade weil so viel KI-Content entsteht, werden menschliche Kreativität und individuelle Gestaltung wertvoller.

Für KMU bedeutet das: KI-Tools können den Designprozess beschleunigen und vergünstigen. Aber eine Website, die wirklich zur Marke passt und sich von der Konkurrenz abhebt, braucht nach wie vor menschliches Know-how und strategisches Denken.

Was bedeutet das für dein KMU?

Die Webdesign-Trends 2026 lassen sich auf einen gemeinsamen Nenner bringen: Qualität vor Quantität. Weniger Elemente, dafür durchdachter eingesetzt. Dezentere Farben, dafür stimmiger kombiniert. Subtilere Animationen, dafür mit klarem Zweck.

Für Schweizer KMU ergeben sich daraus konkrete Empfehlungen:

Prüfe, ob deine aktuelle Website noch zeitgemäss wirkt. Ein überladenes Design aus 2020 kann heute unprofessionell erscheinen – auch wenn die Inhalte noch stimmen.

Setze auf Klarheit statt Trends um jeden Preis. Nicht jeder Trend passt zu jeder Branche. Eine Anwaltskanzlei braucht ein anderes Design als ein Yoga-Studio.

Vergiss die Technik nicht. Ladegeschwindigkeit, Mobile-Optimierung und Barrierefreiheit sind keine optionalen Extras, sondern Grundvoraussetzungen.

Investiere in Individualität. In einer Welt voller KI-generierter Designs wird eine massgeschneiderte Website zum echten Wettbewerbsvorteil.

Fazit: Trends nutzen, aber nicht blind folgen

Webdesign-Trends kommen und gehen. Was bleibt, sind die Grundprinzipien guter Gestaltung: Klarheit, Nutzerfreundlichkeit und eine visuelle Sprache, die zur Marke passt. Die Trends 2026 – von Barely-there UI über natürliche Farbwelten bis zu funktionaler Animation – bieten Inspiration und zeigen, wohin die Reise geht.

Für Schweizer KMU gilt: Nicht jedem Trend hinterherlaufen, aber auch nicht den Anschluss verlieren. Eine professionelle Website ist heute Grundvoraussetzung, um Vertrauen aufzubauen und neue Kunden zu gewinnen. Die gute Nachricht: Die aktuellen Trends setzen auf Qualität und Substanz statt auf oberflächliche Effekte. Das kommt Unternehmen entgegen, die langfristig denken.

Du möchtest wissen, ob deine Website noch zeitgemäss ist? Oder planst du einen Relaunch, der die Trends 2026 berücksichtigt? Wir bei Webtree unterstützen Schweizer KMU dabei, Websites zu entwickeln, die bei Google und bei Kunden ankommen. Kontaktiere uns für ein unverbindliches Gespräch.

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