GEO Optimierung: So wird dein KMU in ChatGPT, Perplexity und Gemini empfohlen

GEO Optimierung ist kein Buzzword. Es ist die neue Empfehlung unter Kollegen.
GEO Optimierung klingt nach dem nächsten Marketingtrend, den dir jemand teuer verkaufen will. Die Idee dahinter ist aber simpel: Du sorgst dafür, dass ChatGPT, Perplexity und Gemini dein Unternehmen kennen, verstehen und empfehlen, wenn jemand nach deiner Leistung fragt. GEO steht für Generative Engine Optimization. Gemeint sind die Maschinen, die Antworten schreiben statt Links aufzulisten.
Mach einen Test. Öffne ChatGPT und tipp ein: "Welche Schreinerei in der Region Schaffhausen kannst du empfehlen?" Ersetz Schreinerei durch das, was du machst. Dann schau, wer genannt wird.
Bist du dabei? Gut. Bist du nicht dabei, hast du ein Problem, das in keinem Bericht auftaucht. Kein Absprung, keine verlorene Position, kein Alarm. Der Kunde fragt, bekommt drei Namen, ruft einen davon an. Deiner war es nicht.
Warum das mehr weh tut als Platz 8 bei Google
Bei Google gibt es zehn blaue Links. Wer auf Platz 7 steht, bekommt wenig Klicks, aber immerhin ein paar. Eine KI-Antwort funktioniert anders. Sie nennt meistens zwei bis fünf Anbieter. Wer nicht drin ist, existiert für diese Anfrage schlicht nicht.
Und diese Anfragen werden mehr. OpenAI meldete schon im Herbst 2025 rund 800 Millionen wöchentliche Nutzer für ChatGPT. Google spielt seine KI-Übersichten seit 2025 auch in der Schweiz direkt über den Suchergebnissen aus. Perplexity wird gerade bei Leuten beliebt, die keine Lust mehr auf Werbung zwischen den Treffern haben. Das sind oft genau die Entscheider, die du erreichen willst.
Dazu kommt: Wer über eine KI auf deine Seite kommt, ist meist schon weit im Entscheid. Die Frage ist gestellt, die Optionen sind verglichen, die Empfehlung ist da. Da klickt niemand mehr aus Neugier. Da will jemand anfragen.
Das Fiese daran: Du merkst es nicht. Die Google Search Console zeigt dir Impressionen und Klicks. ChatGPT zeigt dir gar nichts. Du verlierst Kunden an die Konkurrenz und siehst nicht mal, dass das Spiel stattgefunden hat.
Wie eine KI entscheidet, wen sie empfiehlt
Bevor du etwas optimierst, musst du verstehen, wie die Dinger arbeiten. Vereinfacht gibt es zwei Wege, wie dein Unternehmen in eine KI-Antwort kommt.
Weg 1: Das Gedächtnis des Modells
Sprachmodelle wurden mit riesigen Textmengen aus dem Netz trainiert. Was dort oft, einheitlich und von glaubwürdigen Quellen über dich stand, hat sich das Modell gemerkt. Steht dein Firmenname zehnmal in Verbindung mit "Treppenbau Schaffhausen", stehen die Chancen gut. Steht er nirgends ausser auf deiner eigenen Website, eher nicht.
Weg 2: Die Live-Suche
ChatGPT, Perplexity und Gemini suchen bei vielen Fragen live im Netz. Sie holen sich eine Handvoll Seiten, lesen sie und fassen zusammen. Gemini greift dabei auf den Google-Index zurück. ChatGPT nutzt eigene Crawler und Suchpartner. Perplexity betreibt einen eigenen Index.
Heisst konkret: Wenn deine Seite bei Google und Bing kaum auftaucht, taucht sie in der Live-Suche der KI meist auch nicht auf. GEO ersetzt SEO nicht. Es baut darauf auf.
Was die KI dann auswählt
Aus den gefundenen Quellen nimmt die KI das, was sich gut zitieren lässt. Klare Aussagen. Konkrete Zahlen. Eindeutige Antworten auf die gestellte Frage. Ein Text, der drei Absätze lang um den heissen Brei redet, wird übersprungen. Ein Satz wie "Eine massgefertigte Holztreppe dauert bei uns 6 bis 8 Wochen" wird übernommen.
Der Beweis: Was die Forschung zu Generative Engine Optimization sagt
Der Begriff Generative Engine Optimization stammt aus einer Studie der Princeton University, des Georgia Institute of Technology und weiterer Partner aus dem Jahr 2023. Die Forscher haben getestet, welche Änderungen an einem Text die Sichtbarkeit in KI-Antworten erhöhen.
Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig. Texte, die Quellen zitieren, Statistiken nennen oder Aussagen von Fachleuten einbauen, waren in den Antworten um bis zu 40 Prozent sichtbarer. Klassisches Keyword-Stuffing brachte dagegen nichts. Teilweise schadete es sogar.
Für dich heisst das: Die KI belohnt Substanz. Nicht Länge, nicht Floskeln, nicht Tricks. Wer konkret ist, wird zitiert. Wer schwammig bleibt, wird ersetzt.
Wir haben dasselbe Muster schon bei Google am eigenen Leib erlebt. Unsere Seite zu den SEO-Kosten stand auf Position 6, hatte 3'915 Impressionen und null Klicks. Der Grund: Im ganzen Text stand kein einziger Betrag. Die Leute wollten eine Zahl, wir lieferten Allgemeinplätze. Bei KI-Antworten ist dieser Effekt noch brutaler, weil die Maschine gar nicht erst auf deine Seite verlinkt, wenn sie dort nichts Brauchbares findet.
GEO Optimierung in der Praxis: 7 Hebel für dein KMU
Die gute Nachricht: Vieles davon kannst du selbst angehen. Wie ein systematischer Aufbau aussieht, wenn Profis die KI-Sichtbarkeit deines Unternehmens Schritt für Schritt aufbauen, erklären wir separat. Hier die sieben Hebel, mit denen du anfängst.
1. Beantworte die Fragen, die deine Kunden wirklich stellen
Schreib die zehn Fragen auf, die du am Telefon am häufigsten hörst. Was kostet das? Wie lange dauert es? Macht ihr das auch im Thurgau? Was ist der Unterschied zwischen A und B? Genau diese Fragen tippen Leute auch in ChatGPT.
Dann beantworte jede davon auf deiner Website. Direkt, im ersten Satz, ohne Einleitung. Eine FAQ-Seite ist ein Anfang. Besser sind eigene Abschnitte oder Seiten zu den wichtigsten Fragen.
2. Nenn Zahlen. Echte Zahlen.
"Faire Preise" ist für eine KI wertlos. "Ein Badumbau kostet bei uns typischerweise CHF 25'000 bis 45'000" ist eine zitierbare Antwort. Dasselbe gilt für Lieferzeiten, Anzahl Projekte, Jahre am Markt oder dein Einzugsgebiet.
Viele KMU haben Angst, Preise zu nennen. Verständlich. Aber wer keine Zahl nennt, wird bei Preisfragen schlicht übergangen. Die KI nimmt dann die Zahl der Konkurrenz.
3. Sag klar, wer du bist, was du machst und wo
Klingt banal. Ist es nicht. Auf erstaunlich vielen KMU-Websites steht nirgends in einem Satz, was die Firma eigentlich macht. Da steht "Wir leben Qualität" neben einem Stockfoto.
Eine KI braucht Klartext: "Die Muster AG ist eine Sanitärfirma in Winterthur. Wir bauen Bäder um und betreuen Kunden in den Kantonen Zürich und Thurgau." Dieser Satz gehört auf die Startseite und auf die Über-uns-Seite. Gleich formuliert, damit kein Zweifel bleibt.
4. Sei dort, wo die KI nachschaut
Deine eigene Website reicht nicht. Die KI vertraut dir mehr, wenn andere über dich reden. Für Schweizer KMU heisst das konkret:
- Google-Unternehmensprofil vollständig ausgefüllt, mit echten Bewertungen
- Einträge auf local.ch, search.ch und in den relevanten Branchenverzeichnissen
- Erwähnungen in der Lokalpresse, etwa in den Schaffhauser Nachrichten oder im Landboten
- Mitgliedschaften in Verbänden und Gewerbevereinen, mit Profil auf deren Website
- Bewertungen auf den Plattformen, die in deiner Branche zählen
Entscheidend ist Einheitlichkeit. Name, Adresse, Telefonnummer und Leistung müssen überall gleich lauten. Widersprüche verwirren Menschen. Maschinen verwirren sie noch mehr.
5. Lass die KI-Crawler rein
Prüf deine robots.txt. Manche Websites sperren KI-Crawler wie GPTBot, OAI-SearchBot, PerplexityBot oder ClaudeBot, oft ohne dass der Inhaber davon weiss. Manchmal war es eine Erweiterung im CMS, manchmal ein übervorsichtiger Hoster. Auch Cloudflare blockiert KI-Crawler bei neuen Domains seit 2025 standardmässig.
Wer diese Bots aussperrt, wird in der Live-Suche dieser Dienste kaum gefunden. Für ein KMU, das Kunden will, ist das fast immer der falsche Entscheid. Ausnahme: Du verkaufst Inhalte, etwa als Verlag. Dann sieht die Rechnung anders aus.
6. Bau deine Website so, dass Maschinen sie lesen können
Eine KI liest Text. Was nur als Bild, in einem Slider oder in einem Element steckt, das erst per JavaScript nachgeladen wird, sieht sie oft schlecht oder gar nicht. Viele Crawler führen kein JavaScript aus.
Sauberes HTML, klare Überschriften, schnelle Ladezeiten und strukturierte Daten nach Schema.org helfen. Mit strukturierten Daten sagst du der Maschine ausdrücklich: Das ist ein lokales Unternehmen, das sind die Öffnungszeiten, das sind die Leistungen. Das ist Handwerk, kein Hexenwerk. Aber es muss jemand richtig machen.
7. Schreib Inhalte mit eigener Meinung und eigenen Daten
Die KI hat schon tausend austauschbare Texte über die "Vorteile einer neuen Heizung" gelesen. Deinen braucht sie nicht. Was sie nicht hat: deine Erfahrung aus 200 Projekten im Klettgau. Deine Auswertung, wie lange Baubewilligungen im Kanton Schaffhausen wirklich dauern. Deine ehrliche Meinung, wann sich eine Wärmepumpe nicht lohnt.
Solche Inhalte sind einzigartig. Genau die werden zitiert, weil die KI sie nirgendwo sonst findet.
Was du dir sparen kannst
Rund um GEO wird gerade viel Unsinn verkauft. Bei diesen Dingen solltest du skeptisch sein.
Garantierte Nennungen in ChatGPT. Gibt es nicht. Niemand kontrolliert, was ein Sprachmodell antwortet. Wer dir das garantiert, lügt oder weiss es nicht besser.
Die llms.txt als Wundermittel. Eine llms.txt ist eine Datei, die einer KI eine Übersicht über deine Website geben soll. Kann man machen, kostet wenig. Aber die grossen Anbieter haben bisher nicht bestätigt, dass sie die Datei für ihre Antworten nutzen. Erwarte davon keine Wunder.
Massenhaft KI-generierte Texte. Hundert Blogartikel aus ChatGPT, die dasselbe sagen wie der Rest des Internets, bringen dir nichts. Eine KI findet keinen Mehrwert in einem Echo ihrer selbst.
SEO über Bord werfen. GEO ist kein Ersatz für Suchmaschinenoptimierung. Die Live-Suche der KI-Assistenten stützt sich auf Suchindizes. Wer bei Google unsichtbar ist, hat es auch in Gemini schwer.
So misst du deine KI-Sichtbarkeit
Messen ist bei GEO schwieriger als bei klassischer SEO. Es gibt keine Search Console für ChatGPT. Blind bist du trotzdem nicht.
Der Handtest. Stell ChatGPT, Perplexity und Gemini einmal im Monat dieselben zehn Fragen. Notier, wer genannt wird. Mach das in einem privaten Fenster ohne Login, damit dein eigener Verlauf das Ergebnis nicht verfälscht.
Die Referrer. In deinem Analyse-Tool siehst du Besuche von chatgpt.com, perplexity.ai oder gemini.google.com. Die Zahlen sind bei den meisten KMU noch klein. Aber sie wachsen. Wer von dort kommt, fragt oft deutlich häufiger an als ein durchschnittlicher Besucher.
Die Frage im Erstgespräch. Frag neue Kunden, wie sie auf dich gekommen sind. Gut möglich, dass du immer öfter hörst: "Hat mir ChatGPT vorgeschlagen." Das ist die ehrlichste Messung, die es gibt.
Spezialisierte Tools. Werkzeuge wie Ahrefs Brand Radar messen inzwischen, wie oft eine Marke in KI-Antworten vorkommt. Für ein kleines KMU ist das meist zu viel. Ab einer gewissen Grösse lohnt sich der Blick.
Wie lange dauert das?
Ehrlich: Es kommt drauf an, welchen Weg die KI nimmt. Änderungen an deiner Website können in der Live-Suche innert Tagen bis Wochen wirken, sobald die Seite neu gecrawlt ist. Ins Gedächtnis eines Modells kommst du erst mit dem nächsten Training. Das kann Monate dauern.
Darum lohnt es sich, jetzt anzufangen. Wer heute Inhalte, Einträge und Erwähnungen sauber aufstellt, steckt im nächsten Modell drin. Wer wartet, wartet eine ganze Modellgeneration länger.
Ohne gute Website verpufft jeder Hebel
All diese Hebel haben eines gemeinsam: Sie stehen oder fallen mit deiner Website. Ist sie langsam, schlecht strukturiert oder voller leerer Marketingsätze, bringt dir der beste Branchenbucheintrag wenig. Die KI landet auf deiner Seite, findet nichts Zitierbares und nimmt die Konkurrenz.
Viele KMU-Websites in der Schweiz wurden für eine Welt gebaut, in der Menschen durch Seiten blättern. Heute liest zuerst oft eine Maschine. Die will Klartext, Struktur und Fakten. Menschen übrigens auch, sie haben es nur nie so deutlich gesagt.
Mach den Test. Heute noch.
Öffne ChatGPT. Stell die Frage, die deine Kunden stellen würden. Schau, wer genannt wird.
Wenn du es nicht bist, reden wir. Webtree ist eine Webdesign-Agentur aus Schaffhausen. Wir bauen Websites, die Menschen überzeugen und von Maschinen verstanden werden. Schreib uns über webtree.ch. Wir schauen uns deine Website an und sagen dir ehrlich, wo du bei Google und in den KI-Antworten stehst.


