Google for Jobs: Wie Schweizer KMU mit der eigenen Karriereseite Bewerber gewinnen

Du zahlst 890 Franken für ein Inserat, das nach 30 Tagen verschwindet
Kennst du das? Du brauchst einen Sanitärinstallateur. Oder eine Buchhalterin. Oder einen Polymechaniker.
Also gehst du auf jobs.ch. Schaltest ein Inserat. 890 Franken für 30 Tage, je nach Paket auch mal 1'200. Dazu vielleicht noch jobscout24 und ein LinkedIn-Post.
Nach vier Wochen: drei Bewerbungen. Zwei davon unbrauchbar. Das Inserat läuft ab. Das Geld ist weg. Und du fängst wieder von vorne an.
Das Absurde daran: Du hast eine Website. Auf dieser Website steht die Stelle wahrscheinlich sogar. Aber Google zeigt sie niemandem. Weil deine Karriereseite technisch nicht existiert – zumindest nicht für die Google-Jobsuche.
Was Google for Jobs eigentlich ist
Tipp mal "Sanitärinstallateur Job Schaffhausen" in Google ein. Ganz oben, noch vor den normalen Suchergebnissen, erscheint eine Box mit Stellenangeboten. Blaues Köfferchen-Symbol, Liste mit Jobs, Filter für Ort, Datum, Pensum.
Das ist Google for Jobs. Kein eigenes Portal, keine Website, auf die du gehen kannst. Es ist eine Funktion direkt in der Google-Suche.
Und jetzt kommt der Teil, den die meisten KMU nicht kennen: Google zieht diese Stellen nicht nur von jobs.ch oder Indeed. Google zieht sie von jeder Website, die die Stellen richtig auszeichnet. Auch von deiner.
Es kostet nichts. Es gibt keine Anmeldung. Es gibt keinen Account, den du einrichtest. Google crawlt deine Seite, findet die strukturierten Daten und nimmt die Stelle auf.
Der Haken: Ohne diese strukturierten Daten passiert gar nichts. Deine Stellenanzeige ist für Google dann einfach eine Seite mit Text drauf. Nicht unterscheidbar von deinem Blog oder deiner Über-uns-Seite.
Warum das gerade jetzt weh tut
Der Schweizer Arbeitsmarkt ist leergefegt. Fachkräftemangel ist kein Buzzword mehr, sondern dein Alltag. Du suchst seit sechs Monaten jemanden fürs Team und findest niemanden.
Gleichzeitig hat sich das Suchverhalten verschoben. Leute gehen nicht mehr zwingend zuerst auf jobs.ch. Sie googeln. "Job Schaffhausen", "Stellen Elektriker Region Zürich", "Teilzeit Buchhaltung 60%".
Und was sehen sie zuerst? Die Google-Jobbox. Über allem anderen. Über den bezahlten Inseraten von jobs.ch, für die du 890 Franken hingelegt hast.
Deine Konkurrenz aus Winterthur hat das begriffen. Deren Stellen sind drin. Deine nicht. Der Kandidat sieht die drei Jobs in der Box, klickt einen an, bewirbt sich. Deine Anzeige auf Seite 2 der normalen Suchresultate sieht er nie.
Das eigentliche Problem ist der Umweg
Wenn ein Kandidat dich über jobs.ch findet, passiert Folgendes: Er sieht deine Stelle neben 40 anderen ähnlichen Stellen. Direkt daneben Inserate von Firmen mit grösserem Budget und schönerem Logo. Du bist eine Zeile in einer Liste.
Wenn er dich über deine eigene Karriereseite findet, landet er direkt bei dir. Sieht deine Werkstatt, dein Team, deine Geschichte. Keine Konkurrenz auf derselben Seite. Kein Vergleich.
Das ist ein völlig anderes Spiel. Und es kostet dich nichts ausser dem einmaligen technischen Setup.
Die Lösung: JobPosting Schema
Der technische Kern von Google for Jobs heisst JobPosting Schema – ein strukturiertes Datenformat aus dem schema.org-Standard. Klingt kompliziert, ist es nicht.
Im Prinzip legst du auf jeder Stellenseite ein unsichtbares Datenblatt ab. Ein JSON-Block im Quelltext, den kein Besucher sieht, aber Google liest. Darin steht sauber getrennt: Jobtitel, Beschreibung, Arbeitsort, Pensum, Firma, Startdatum, Ablaufdatum.
So sieht das minimal aus:
{
"@context": "https://schema.org/",
"@type": "JobPosting",
"title": "Sanitärinstallateur/in 100%",
"description": "<p>Du montierst, wartest und reparierst...</p>",
"datePosted": "2026-07-16",
"validThrough": "2026-09-30T23:59",
"employmentType": "FULL_TIME",
"hiringOrganization": {
"@type": "Organization",
"name": "Muster Haustechnik AG",
"sameAs": "https://www.muster-haustechnik.ch",
"logo": "https://www.muster-haustechnik.ch/logo.png"
},
"jobLocation": {
"@type": "Place",
"address": {
"@type": "PostalAddress",
"streetAddress": "Industriestrasse 12",
"addressLocality": "Schaffhausen",
"postalCode": "8200",
"addressCountry": "CH"
}
},
"baseSalary": {
"@type": "MonetaryAmount",
"currency": "CHF",
"value": {
"@type": "QuantitativeValue",
"minValue": 5800,
"maxValue": 6800,
"unitText": "MONTH"
}
}
}
Das war's im Kern. Dieser Block gehört in den <head> oder <body> jeder einzelnen Stellenseite.
Die Felder, an denen die meisten scheitern
validThrough – Ohne Ablaufdatum lässt Google die Stelle irgendwann einfach fallen oder zeigt sie ewig weiter an. Beides schlecht. Setz ein realistisches Datum.
description – Muss die komplette Stellenbeschreibung enthalten, als HTML. Nicht ein Zweizeiler. Google will Aufgaben, Anforderungen, Benefits. Wenn dein Beschreibungstext auf der Seite steht, aber nicht im Schema, zählt er nicht.
employmentType – Fixe Werte: FULL_TIME, PART_TIME, CONTRACTOR, TEMPORARY, INTERN. Kein "80-100%" reinschreiben. Für Pensum-Angaben nutzt du zusätzlich workHours.
jobLocation – Vollständige Adresse mit addressCountry: "CH". Kein "Region Zürich". Google braucht einen echten Ort, sonst fällt der Ortsfilter aus – und der ist genau das, was Kandidaten benutzen.
baseSalary – Optional, aber ein Wahnsinns-Hebel. Google zeigt Stellen mit Lohnangabe prominenter, und Kandidaten filtern danach. In der Schweiz macht das fast niemand. Genau deshalb funktioniert es.
Der Fehler, der alles kaputt macht
Ein einziger: Die Stelle muss auf einer eigenen URL liegen.
Nicht webtree.ch/jobs mit fünf Stellen untereinander. Sondern webtree.ch/jobs/frontend-entwickler-80-100. Eine Stelle, eine Seite, ein Schema-Block.
Wir sehen das ständig. Firma hat eine Karriereseite, alle offenen Stellen als Akkordeon draufgeklatscht. Technisch sauber gebaut, sieht gut aus – und für Google for Jobs komplett wertlos. Google indexiert URLs, nicht Akkordeon-Panels.
Was du konkret brauchst
Rechne mit einem halben bis einem Tag Arbeit für das Grundgerüst. Danach kostet jede neue Stelle zehn Minuten.
1. Eine echte Karriereseite-Struktur
Übersichtsseite unter /jobs oder /karriere. Darunter je eine Detailseite pro Stelle. Wenn dein CMS das nicht kann, ist es Zeit für ein Gespräch über dein CMS.
2. Das Schema automatisch generiert
Nicht von Hand. Du legst im CMS einen Content-Type "Stelle" an mit Feldern für Titel, Ort, Pensum, Lohn, Datum. Das Template baut daraus den JSON-Block. Deine HR-Person füllt ein Formular aus, das Schema entsteht von selbst.
3. Eine Sitemap, die die Jobs enthält
Google muss die neuen URLs finden. Neue Stelle online, Sitemap aktualisiert, Google crawlt innert Tagen. Über die Indexing API auch innert Stunden – die ist explizit für JobPosting freigegeben.
4. Ablaufdaten, die gepflegt werden
Stelle besetzt? Seite raus oder validThrough in die Vergangenheit setzen. Google straft Firmen ab, deren Stellen dauerhaft "offen" sind, aber nie besetzt werden. Das ist kein theoretisches Risiko – Google hat schon ganze Domains aus der Jobbox geworfen.
5. Der Test-Durchlauf
Rich Results Test von Google. URL rein, prüfen lassen. Grün heisst: Schema korrekt. Danach Search Console öffnen, dort gibt es einen eigenen Bereich für Stellenangebote mit Impressionen und Klicks.
Was das in der Praxis bringt
Ein Schaffhauser Handwerksbetrieb, 22 Mitarbeitende. Hat vorher pro Jahr rund 4'000 Franken für Jobinserate ausgegeben. Drei bis vier Stellen im Jahr, jeweils ein Monat online, teils verlängert.
Nach dem Umbau der Karriereseite: eigene URLs, JobPosting Schema, Lohnbänder drin. Setup-Aufwand: ein Tag.
Nach vier Monaten kamen etwa 60 Prozent der Bewerbungen direkt über die eigene Karriereseite. Die Search Console zeigte für die Jobseiten mehrere Tausend Impressionen im Quartal – Reichweite, die vorher schlicht nicht existierte.
Der interessantere Effekt war aber ein anderer: Die Qualität der Bewerbungen stieg. Wer über die eigene Karriereseite kommt, hat vorher die ganze Website gesehen. Kennt die Firma. Weiss, worauf er sich einlässt. Das sind keine Massenbewerbungen aus einem Portal-Filter, das sind Leute mit echtem Interesse.
Der Nebeneffekt, den niemand einplant
Deine Jobseiten ranken auch ganz normal in der Google-Suche. "Lehrstelle Elektriker Schaffhausen" ist ein Suchbegriff mit echtem Volumen und fast ohne Konkurrenz von lokalen KMU – weil die alle nur auf jobs.ch inserieren.
Du besetzt also gleichzeitig die Jobbox und die normalen Suchergebnisse. Mit einer Seite, die dir gehört, die du nie wieder verlängern musst und die auch dann Sichtbarkeit aufbaut, wenn die Stelle mal besetzt ist.
Heisst das, du kannst jobs.ch kündigen?
Nein. Wär schön, ist aber gelogen.
Portale haben Reichweite bei Leuten, die aktiv nach Jobs suchen und dort ihr Profil pflegen. Für gewisse Rollen – Kader, Spezialisten, Quereinsteiger – bleibt das relevant.
Aber das Verhältnis kippt. Wenn 60 Prozent der Bewerbungen direkt kommen, brauchst du das Portal nicht mehr für jede Stelle. Du nutzt es gezielt bei der schwierigen Vakanz statt reflexartig bei jeder.
Von 4'000 Franken pro Jahr auf 1'200. Bei besserem Ergebnis. Das ist der realistische Fall, nicht der optimistische.
Was du diese Woche machen kannst
Öffne Google. Tipp deinen wichtigsten Jobtitel plus deine Region ein. Schau in die Jobbox.
Bist du drin? Dann sauber gebaut, alles gut.
Bist du nicht drin? Dann hast du zwei Möglichkeiten. Entweder du zahlst weiterhin jedes Jahr Tausende dafür, dass andere für dich sichtbar sind. Oder du baust einmal die Infrastruktur, die dir gehört.
Die zweite Variante ist billiger. Und sie wird jedes Jahr wertvoller, statt nach 30 Tagen abzulaufen.
Wir bauen genau sowas. Karriereseiten mit sauberem JobPosting Schema, angebunden ans CMS, damit deine HR-Person keine Entwicklerin sein muss. Kein Abo, keine Lizenz, keine monatliche Gebühr – du baust es einmal und es gehört dir.
Schreib uns auf webtree.ch. Wir schauen uns deine Karriereseite an und sagen dir ehrlich, ob sich der Aufwand für dich lohnt. Wenn nicht, sagen wir das auch.


