Google Unternehmensprofil einrichten und optimieren: Anleitung für Schweizer KMU
Wer lokal sucht, klickt auf die Karte, nicht auf deine Website. So richtest du dein Google Unternehmensprofil ein, Schritt für Schritt.

Die Karte nimmt dir die Klicks weg
Such mal "Schreiner Schaffhausen" auf Google. Oder "Treuhand Winterthur". Was siehst du zuerst? Keine Website. Eine Karte mit drei Firmen darunter, mit Sternen, Öffnungszeiten und einem Knopf zum Anrufen.
Genau dort entscheidet sich, wer den Auftrag bekommt. Die meisten Leute scrollen gar nicht weiter. Sie sehen drei Namen, vergleichen kurz die Bewertungen und rufen an.
Wir sehen das bei unseren eigenen Suchbegriffen in der Google Search Console. Sobald Google die Karte einblendet, gehen die Klicks dorthin. Die organischen Resultate darunter bekommen den Rest. Und der Rest ist oft erstaunlich wenig.
Das Ding, das in dieser Karte auftaucht, heisst Google Unternehmensprofil. Früher hiess es Google My Business, viele nennen es noch so. Es kostet nichts. Und trotzdem ist es bei den meisten KMU halbleer, veraltet oder falsch eingerichtet.
Warum ein halbes Profil teurer ist als gar keins
Ein fehlendes Profil ist schlecht. Ein schlechtes Profil ist schlimmer. Warum? Weil der Kunde es sieht.
Stell dir vor: Jemand sucht einen Elektriker in Frauenfeld. Er findet dich. Die Öffnungszeiten sind von 2022, das einzige Foto ist ein verpixeltes Logo, die letzte Bewertung von vor drei Jahren hat keine Antwort. Daneben steht die Konkurrenz mit 40 Fotos, aktuellen Zeiten und Antworten auf jede Bewertung.
Wen ruft er an? Eben.
Dazu kommt: Google zeigt in der Karte nur die Profile, denen es vertraut. Vertrauen entsteht aus drei Dingen: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. An der Entfernung kannst du nichts ändern. An den anderen beiden schon. Und genau das machen wir jetzt, Schritt für Schritt.
Schritt 1: Profil anlegen oder zurückholen
Geh auf business.google.com und melde dich mit einem Google-Konto an. Wichtig: Nimm ein Konto der Firma, nicht das private Gmail vom Lernenden, der vor fünf Jahren mal "schnell das Google-Ding" gemacht hat.
Bevor du ein neues Profil erstellst, such zuerst nach deinem Firmennamen. Oft existiert schon ein Profil. Google legt manchmal selber eins an, aus öffentlichen Daten. Oder ein früherer Mitarbeiter hat es erstellt. Dann klickst du auf "Inhaberschaft beanspruchen" statt ein zweites anzulegen.
Doppelte Profile sind Gift. Google weiss nicht, welches gilt, die Bewertungen verteilen sich, keins rankt richtig.
Danach kommt die Bestätigung. Meistens verlangt Google heute ein kurzes Video: Du filmst dein Firmenschild, die Werkstatt oder das Büro von innen, etwas mit deinem Namen drauf. Manchmal geht es per Telefon oder E-Mail. Plane dafür ein paar Tage ein. Erst nach der Bestätigung ist das Profil wirklich sichtbar.
Schritt 2: Der Name. Nur der Name.
Hier passiert der häufigste Fehler. Und er kann dich das ganze Profil kosten.
Viele schreiben statt "Müller Sanitär AG" lieber "Müller Sanitär AG | Sanitär Notdienst Zürich Winterthur 24h". Weil sie gehört haben, dass Keywords im Namen helfen. Kurzfristig stimmt das sogar manchmal.
Aber es verstösst gegen die Richtlinien von Google. Konkurrenten können das melden, Google prüft, dein Profil wird gesperrt. Dann bist du weg aus der Karte. Nicht ein paar Plätze nach unten. Weg.
Die Regel ist simpel: Im Profil steht der Name, der auf deinem Schild, deinen Rechnungen und im Handelsregister steht. Nicht mehr. Wenn deine Firma "Müller Sanitär AG" heisst, dann heisst das Profil so.
Schritt 3: Adresse oder Einzugsgebiet
Jetzt musst du ehrlich sein: Kommen Kunden zu dir? Oder gehst du zu den Kunden?
Ein Coiffeur, eine Arztpraxis, ein Laden: Die Kunden kommen vorbei. Also zeigst du die Adresse.
Ein Maler, ein Gärtner, ein Elektriker: Du fährst zum Kunden. Dann blendest du die Adresse aus und gibst stattdessen ein Einzugsgebiet an. Zum Beispiel Schaffhausen, Neuhausen, Thayngen, Stein am Rhein. Gemeinden oder Regionen, keine Fantasieradien quer durch die halbe Schweiz.
Keine Standorte ohne Büro
Der zweite grosse Fehler: Firmen legen Profile für Orte an, an denen sie gar nicht sind. Ein Briefkasten in Zürich, eine Coworking-Adresse in Bern, ein virtuelles Büro in Basel. Alles, um dort in der Karte aufzutauchen.
Lass das. Google verlangt, dass am Standort wirklich Personal arbeitet, zu den angegebenen Zeiten. Briefkastenadressen fliegen früher oder später auf. Und wenn Google bei einem Standort durchgreift, schaut es sich gern auch die anderen an.
Hast du wirklich ein zweites Büro mit Leuten drin? Dann bekommt es ein eigenes Profil. Wenn nicht, dann nicht.
Schritt 4: Die Hauptkategorie entscheidet mehr als alles andere
Wenn du nur eine Sache aus diesem Artikel mitnimmst, dann diese. Die Hauptkategorie ist der stärkste Hebel im ganzen Profil.
Google nutzt sie, um zu entscheiden, bei welchen Suchen du überhaupt in Frage kommst. Wählst du "Bauunternehmen", obwohl du hauptsächlich Küchen montierst, landest du bei den falschen Suchen. Und bei den richtigen fehlst du.
So gehst du vor:
- Schreib auf, womit du am meisten Umsatz machst. Nicht was du alles kannst. Womit du Geld verdienst.
- Such bei Google genau diesen Begriff in deiner Region. Klick die ersten drei Profile in der Karte an. Unter dem Namen steht ihre Hauptkategorie.
- Wähl die Kategorie, die am genausten passt. Lieber "Küchenbauer" als "Schreinerei", wenn Küchen dein Kerngeschäft sind.
Danach kannst du weitere Kategorien ergänzen. Google erlaubt bis zu neun zusätzliche. Nimm aber nur die, die wirklich stimmen. Fünf saubere Kategorien sind besser als zehn, von denen die Hälfte nur geraten ist.
Schritt 5: Leistungen, Beschreibung, Öffnungszeiten
Leistungen
Im Bereich "Leistungen" listest du auf, was du konkret anbietest. Google schlägt dir zu jeder Kategorie Leistungen vor. Hak an, was passt. Ergänze eigene, wenn etwas fehlt.
Schreib sie so, wie ein Kunde sucht. "Badsanierung" statt "Ganzheitliche Nasszellen-Erneuerung". "Heizungsersatz" statt "Energetische Systemoptimierung". Zu jeder Leistung kannst du eine kurze Beschreibung setzen. Nutze das. Zwei, drei Sätze, was der Kunde bekommt.
Beschreibung
Du hast 750 Zeichen. Die ersten zwei Zeilen sind die wichtigsten, weil viele nur die lesen. Sag darin, was du machst, für wen, wo.
Gut: "Wir sanieren Bäder und Küchen im Kanton Schaffhausen. Vom ersten Termin bis zur Endreinigung aus einer Hand, mit eigenen Handwerkern."
Schlecht: "Seit über 30 Jahren steht die Müller AG für Qualität, Innovation und Kundenzufriedenheit auf höchstem Niveau."
Keine Links, keine Preise, keine Aktionen. Das gehört in die Beschreibung nicht rein.
Öffnungszeiten
Klingt banal, ist es nicht. Falsche Öffnungszeiten erzeugen frustrierte Kunden vor geschlossener Tür. Und die schreiben Bewertungen.
Trag Feiertage als Sonderöffnungszeiten ein. Weihnachten, Ostern, Auffahrt, Pfingstmontag, 1. August, Betriebsferien. Das dauert einmal im Jahr zehn Minuten. Google schickt dir sogar Erinnerungen.
Wie sichtbar ist deine Website?
Du hast gelesen, worauf es ankommt. Sieh in rund 60 Sekunden, wo deine eigene Website heute steht.
Schritt 6: Fotos, die nach echter Firma aussehen
Profile mit vielen echten Fotos bekommen mehr Anfragen. Das ist keine Überraschung. Menschen wollen sehen, mit wem sie es zu tun haben.
Was reingehört:
- Logo und Titelbild: sauber, gut erkennbar, kein abgeschnittener Schriftzug
- Aussenansicht: so, dass man dein Geschäft beim Vorbeifahren erkennt
- Innenansicht: Werkstatt, Laden, Praxis, Büro
- Team: echte Leute, keine Stockfotos mit lächelnden Models
- Arbeiten: vorher und nachher, fertige Projekte, Details
Fotografier mit dem Handy, das reicht völlig. Wichtiger als perfekte Qualität ist Echtheit. Ein Foto vom fertigen Bad in Neuhausen schlägt jedes Bild aus einer Bilddatenbank.
Lad nicht alles an einem Tag hoch. Lieber jeden Monat ein paar neue. So sieht Google, dass das Profil lebt. Und Kunden sehen aktuelle Arbeiten statt Bilder von 2019.
Schritt 7: Beiträge, die nicht nach Werbung klingen
Im Profil kannst du Beiträge veröffentlichen: Neuigkeiten, Angebote, Veranstaltungen. Die meisten KMU nutzen das nie. Genau deshalb fällst du auf, wenn du es tust.
Was funktioniert:
- Ein abgeschlossenes Projekt mit Foto und zwei Sätzen dazu
- Ein saisonaler Hinweis, zum Beispiel "Heizung vor dem Winter prüfen lassen"
- Ein neuer Mitarbeiter, ein neues Fahrzeug, eine neue Maschine
- Ein Tag der offenen Tür oder ein Stand an der Gewerbeausstellung
Was nicht funktioniert: "Wir sind Ihr kompetenter Partner für alle Anliegen." Das liest niemand.
Ein Beitrag alle zwei Wochen reicht. Setz dir einen fixen Termin im Kalender. Fünfzehn Minuten, Handy raus, Foto machen, drei Sätze schreiben, fertig.
Schritt 8: Jede Bewertung bekommt eine Antwort
Bewertungen sind ein eigenes Thema. Wie du überhaupt an mehr Bewertungen kommst, ohne zu betteln, haben wir in unserem Artikel über Google-Bewertungen für Schweizer KMU ausführlich beschrieben. Hier geht es nur um eins: das Antworten.
Beantworte jede Bewertung. Die guten und die schlechten. Die mit Text und die nur mit Sternen.
Bei positiven Bewertungen reicht ein kurzes, persönliches Danke. Nenn den Namen, nenn das Projekt, wenn du es weisst. "Danke, Frau Keller, schön, dass Ihnen das neue Bad gefällt" wirkt mehr als "Vielen Dank für Ihre Bewertung!" unter jeder einzelnen.
Bei negativen Bewertungen gilt: Ruhig bleiben. Nicht am selben Tag antworten, wenn du dich ärgerst. Sachlich bleiben, Verantwortung übernehmen, wo sie berechtigt ist, ein Gespräch anbieten. Deine Antwort liest nicht nur der Kunde. Die lesen alle, die nach ihm kommen.
Antworte innerhalb von ein paar Tagen. Eine Antwort nach drei Monaten sieht aus wie eine Firma, die sich nicht kümmert.
Das Profil allein reicht nicht
Jetzt kommt der Teil, den viele unterschätzen. Google schaut nicht nur auf dein Profil. Es schaut, ob der Rest des Internets dasselbe über dich sagt.
Steht auf deiner Website eine andere Telefonnummer als im Profil? Ist auf local.ch noch die alte Adresse? Heisst die Firma in einem Verzeichnis "Müller GmbH" und im anderen "Müller Sanitär AG"? Das verunsichert Google. Wie du Firmeneinträge sauber hältst, steht in unserem Artikel über Firmeneinträge und lokale Citations.
Und dann die Website. Das Profil verlinkt auf deine Seite. Wenn dort eine langsame, veraltete Seite ohne klare Leistungen wartet, verlierst du den Kunden im letzten Moment. Profil und Website müssen zusammenspielen: dieselben Leistungen, dieselben Orte, dieselben Begriffe. Genau das gehört zu einer sauberen SEO-Optimierung für lokale Suchen: Die Website stützt das Profil, das Profil bringt Leute auf die Website.
Ein Tipp dazu: Verlink im Profil nicht einfach die Startseite, wenn du eine Seite für deinen Standort oder deine Hauptleistung hast. Ein Maler in Winterthur verlinkt besser direkt auf die Seite "Malerarbeiten Winterthur" als auf eine allgemeine Startseite.
Woran du merkst, dass es wirkt
Im Profil findest du unter "Leistung" die Zahlen. Wie viele Leute dein Profil gesehen haben, über welche Suchen, wie viele angerufen, eine Route geplant oder auf die Website geklickt haben.
Schau dir das einmal im Monat an. Nicht jeden Tag, die Zahlen schwanken. Was du sehen willst: mehr Anrufe, mehr Routenanfragen, mehr Klicks auf die Website. Und vor allem Suchbegriffe, die zu deinem Geschäft passen.
Wenn du nach zwei, drei Monaten sauberer Arbeit keinen Unterschied siehst, liegt es meist an einem von drei Dingen: falsche Hauptkategorie, zu wenig Bewertungen im Vergleich zur Konkurrenz oder eine Website, die nichts zum Profil beiträgt.
Deine Liste für diese Woche
Du musst das nicht alles an einem Nachmittag machen. Aber fang an. Hier die Reihenfolge:
- Profil finden, Inhaberschaft prüfen, Zugang mit Firmenkonto sichern
- Name auf den echten Firmennamen zurückstutzen
- Adresse oder Einzugsgebiet ehrlich festlegen
- Hauptkategorie anhand der Konkurrenz prüfen
- Leistungen und Beschreibung ausfüllen
- Öffnungszeiten und Feiertage eintragen
- Zehn echte Fotos hochladen
- Alle offenen Bewertungen beantworten
- Ersten Beitrag veröffentlichen, nächsten Termin im Kalender setzen
Das sind vielleicht drei Stunden Arbeit. Dafür stehst du dort, wo heute die Klicks passieren: in der Karte, ganz oben, bevor jemand überhaupt eine Website anschaut.
Lieber machen lassen?
Du hast keine Zeit, dich durch Kategorien und Richtlinien zu klicken? Oder dein Profil ist eingerichtet, aber die Konkurrenz steht trotzdem vor dir? Dann schauen wir uns das an.
Wir sind eine Webdesign-Agentur aus Schaffhausen. Wir bauen Websites, die mit deinem Google Unternehmensprofil zusammenarbeiten statt daneben herzulaufen. Schreib uns über webtree.ch, wir sagen dir ehrlich, wo du stehst und was es braucht.
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